Gino – the story beginns

Im Januar 2016 kam ich irgendwo in Deutschland auf die Welt, mit 8 Wochen zog ich zu neuen Menschen, die mich schon nach 2 Wochen weitergaben. Angekommen in einer Familie mit noch einem Hund und einem kleinen Kind, sollte mein Leben gut werden. Alle hatten sich sehr auf mich gefreut, es wurde viel mit mir unternommen und ich hatte viel Spaß.

Mit 16 Wochen fing ich das kreiseln an, warum wieso weshalb, dass konnte keiner so richtig sagen. Wir besuchten eine Tierärztin die körperliche Ursachen ausschloss und meinem Frauchen sagte man könnte mich zwar mit Beruhigungsmittel ruhig stellen, aber dies sei a) teuer und b) nicht sinnvoll.  Naiv wie mein Frauchen damals war, glaubte sie der Tierärztin und so wurde weder weiter nach der Ursache geforscht noch was dagegen unternommen.

Im Oktober 2016 (ich war gerade ein halbes Jahr alt) kamen die Menschen dann auf die Idee das eine Kastration evtl. dafür sorgen das ich ruhiger werde und so wurde ich chemisch kastriert. ich wurde zwar etwas ruhiger, aber am großen Problem dem kreiseln hat es nichts geändert. Meine Familie war sehr überfordert mit mir, durch mein kreiseln zerstörte ich Gartenzäune und so einige Wände. Das kleine Kind wurde größer und hat auch immer mehr Zeit in Anspruch genommen, zusätzlich fing Frauchen wieder mit arbeiten an. Alle waren genervt, keiner hat mehr richtig Zeit für mich und so verbrachte ich immer öfter den Tag in der Box. Ich sage euch, dass ist kein schöner Ort.

Im April 2017 ist meine Familie soweit, das sie einsehen, das es so mit uns nicht weitergehen kann. Sie wenden sich an die Tierhilfe Nord um schnell eine gute Lösung für mich zu finden. Die schnelle Lösung sieht erst einmal so aus, das Sandra mich in die Tagesbetreuung nimmt. So komme ich raus, habe soziale Kontakte und viel Bewegung.

Bei und mit Sandra ist es immer lustig und spannend, aber auch sehr anstrengend. Wenn ich Abends nach Hause komme, will ich nur noch schlafen. Ich darf in der Gruppe mitlaufen und spielen, begleite Sandra zu Seminaren, wir üben Autofahren (was ich mittlerweile echt gerne mag WENN ich auf dem Beifahrersitz liegen darf). Ich darf im Büro dabei sein und sogar ins Eiscafé werde ich mitgenommen.

Aber neben Beschäftigung liegt Sandra auch meine Gesundheit sehr am Herzen und so bringt sie mich schon in den ersten Tagen erst einmal zum Tierarzt. Ich bekomme eine Tinktur für meine kaputten Ohrenspitzen und ein Futterzusatz für mein Fell. Ein paar Tage später fahren wir zu einer Hundephysiotherapeutin, da Sandra überhaupt nicht gefällt wie ich laufe. Die Physiotherapeutin ist auch etwas schockiert, sie dachte erst ich sei schon 14 Jahre und nicht 14 Monate. Also wird beschlossen, dass Sandra mit mir nach Kiel zu einem Spezialisten für Orthopädie fährt.

Zwischenzeitlich durfte ich dann auch mal ein paar Tage am Stück bei Sandra sein, allerdings mag ihr Hund mich nicht so wirklich gern leiden. So müssen wir im Haus immer getrennt werden, was für Sandra ganz schön anstrengend ist. Eine gute Pflegefamilie oder besser noch ein richtiges Zuhause wäre da um einiges schöner für mich.

15.06.2017 Heute ist der Tag an dem Sandra mit mir nach Kiel fährt. Das Praxisteam und auch der Arzt sind wirklich sehr nett zu mir. erst spricht Sandra lange mit dem Arzt während ich die Praxis erkunde, dann wird eine Gangbildananlyse gemacht (wie langweilig Flur raus und runter, dabei gibt es hier soviel zu beschnuppern) und dann komm der echt doofe Teil, der Arzt tastet vorsichtig die Triggerpunkte ab. Das war teilweise richtig unangenehm 🙁  der Arzt macht auch kein nettes Gesicht mehr. Aber auch wenn die Untersuchung nicht angenehm ist, endlich versteht jemand das ich Schmerzen habe!

Verdachtsdiagnose: Sprunggelenk kaputt und irgendwas scheint bei meiner Cauda Equina nicht zu stimme. Das ist der Nervenausgang am Rutenansatz. der Arzt vermutet das ich dadurch Schmerzen und Wahrnehmungsstörungen in er Hinterhand und der Rute habe, welche ich durch das reinbeißen versucht habe abzustellen.

Es wird beschlossen, dass ich sofort Schmerzmittel und ein Vitamin B Komplex bekomme und ich dann in Narkose ordentlich durchgeröngt werde. Dafür müssen wir am 06.07 wiederkommen.

Um die ganzen Untersuchungen und Medikamente zu bezahlen ist die Tierhilfe Nord auf Spenden angewiesen, dabei zählt wirklich jeder Euro, aber ich würde mich auch sehr über Paten freuen. Die dürfen dann auch gerne mal auf Kaffee und Kuchen bei mir uns Sandra vorbeikommen.

3 Gedanken zu „Gino – the story beginns

  1. Ohhh, der hübsche. Vielleicht hilft ja osteopatie. Wünsche Ihm alles gute, vor allem!!! Das man ihn schmerzfrei bekommt.

    1. Hallo Denis,

      Ostheopathie alleine reicht leider nicht, das versuchen wir ihm schon regelmäßig zu gönnen (ist aber leider auch nicht ganz günstig)

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